10 Schritte, um dein Potential mehr zu entfalten

Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt darin, in pädagogischen Strukturen eine Kultur der Potentialentfaltung voranzubringen und selbst neue Modelle dafür zu erproben. Beispiele dafür sind

  • unsere auf Freiwilligkeit basierenden Projekte mit Kindern und Jugendlichen, bei denen es darum geht, sie zur Selbstreflexion sowie zum freiwilligen Engagement anzuregen,
  • unsere Schulungen für MultiplikatorInnen, mit denen wir Menschen dabei unterstützen wollen, ihr Herzensthema zu finden und eigene Projekte umzusetzen, die zum Bildungswandel sowie zum Schutz der Erde beitragen,
  • unser Experiment Selbstlernstudium, im Rahmen dessen junge Menschen in Gemeinschaft in einem möglichst hierarchiefreien Raum frei und selbstbestimmt für eine lebenswerte Zukunft lernen, leben und wirken und einen Beitrag zum Bildungswandel leisten, um innerhalb eines Jahres durch eine intensive Ausbildung zum Coach für Mitweltpädagogik & Potentialentfaltung den Quereinstieg für eine Tätigkeit in der Bildung zum Schutz der Erde zu schaffen.

 „Bildung/Erziehung einschließlich formaler Bildung, öffentliche Bewußtseinsbildung und berufliche Ausbildung sind als ein Prozess zu sehen, mit dessen Hilfe die Menschen als Einzelpersonen und die Gesellschaft als Ganzes ihr Potential voll ausschöpfen können.Agenda 21, Kap 36.3

Wie kann es gelingen, dass Bildung ein Prozess wird, mit dessen Hilfe die Menschen als Einzelpersonen und die Gesellschaft als Ganzes ihr Potential voll ausschöpfen, wie es in der Agenda 21 gefordert wird? Das ist die große Herausforderung, der sich eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stellen muss? In unserem Konzept Bildung zum Schutz der Erde – Mitweltbildung & Potentialentfaltung befassen wir uns damit in einer Tiefe und Intensität, wie sie in der BNE bisher sonst (noch) selten zu finden ist.

Wenn du dazu beitragen möchtest, dass Bildung zu einem solchen Prozess wird, solltest du mehrere Ebenen, die Potentialentfaltung fördern oder hemmen, betrachten:

  • Du als Individuum: Was kannst du selbst tun und an dir ändern,
    • um die Bremsklötze und Hindernisse in deinem Kopf und deinem Herzen zu erkennen, die deine eigene Potentialentfaltung, aber auch die der Gemeinschaft, in der du lebst, hemmen,
    • um dich in einer Gemeinschaft zu einem Menschen zu entwickeln, der andere einlädt, ermutigt und inspiriert, über sich hinauszuwachsen?
  • Gemeinschaft: Wie kannst du die Bildung von Gemeinschaften fördern, in denen eine „Wir-Kultur“, eine neue Beziehungskultur, ein neues Miteinander auf Augenhöhe entsteht, die das Potential aller Beteiligten einbezieht und fördert?
  • Lernkultur: Wie kannst du die Rahmenbedingungen für Lernprozesse reflektieren, analysieren und so verändern, dass Bedingungen für eine neue, bessere Lernkultur geschaffen werden? Zu diesem Aspekt empfehle ich dir diesen Artikel.

 Mit Gemeinschaft sind an dieser Stelle alle Gruppen von Menschen (z.B. Wohngemeinschaft, Familie, Arbeitsteam, Schule, Universität usw.) gemeint, in die du eingebunden bist.

„Wir brauchen Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen.“ Gerald Hüther

 

In diesem Beitrag geht es um die erste Ebene. Wenn du ab und zu das Gefühl hast, dass mehr in dir steckt, als du ahnst, wenn du den Eindruck hast, dass du dein Potential noch nicht voll erschlossen hast, aber an die Möglichkeit glaubst, über dich hinauszuwachsen, dann kann dieser Artikel dir helfen, konkrete Schritte zu tun, damit dir das wirklich gelingt.

 

  1. Schau auf dich, anstatt Schuldzuweisungen an andere zu machen. Solltest du jammern, dass doch eigentlich viel mehr in dir steckt, dass du dein Potential nicht ausschöpfst – und du schiebst die Schuld dafür anderen Menschen zu, dann bist du garantiert auf dem Holzweg. Dann machst du dich abhängig von anderen und verbaust dir selbst den kreativen Blick, deinen eigenen Anteil sowie die vielen Möglichkeiten zu sehen, deine Situation im positiven Sinne so zu verändern, damit sich die Bedingungen für die Entfaltung deines Potentials verbessern. Insbesondere, wenn du erwartest, dass andere dich loben und anerkennen und du darüber klagst, dass sie dich, deine „wahre Größe“, nicht erkennen und anerkennen, dir also nicht den Raum zur Entfaltung geben, solltest du in dich gehen – denn du machst dich abhängig von anderen und belastest die Teamatmosphäre mit deiner unkonstruktiven Vorwurfshaltung, deinem Neid und deiner Quengelei, sodass sie erst recht – nicht nur für dich – hinderlich für eine positive Potentialentfaltung wird.
    Alle ungeklärten Situationen, alle Vorwürfe, alle Schuldzuweisungen, die du gegenüber anderen mit dir weiterträgst, sind wie Bremsen für deine Potentialentfaltung. Sie wirken in deinem Unterbewusstsein weiter, wenn du sie verdrängst. Sie führen zu Angst, gleiche oder ähnliche „negative“ Erfahrungen wieder zu machen und setzen dich unter innere Anspannung, wenn du mit ähnlichen Menschentypen zusammenkommst bzw. in ähnliche Situationen gerätst, die dich unterbewusst an ungeklärte Konflikte erinnern. Erst wenn du über alle Situationen, die dir im Leben begegnet sind, dankbar sein kannst und erkannt hast, was du daraus lernen durftest und dich über dieses Positive freuen kannst, wirst du innerlich frei. Weil du den Frieden in dir gefunden hast, kannst du den Frieden dann auch weitertragen, Frieden stiften und anderen aus deiner Erfahrung schöpfend helfen, Konflikte zu lösen und Frieden zu schließen.
  2. Nimm dir täglich Zeit für Stille oder Meditation sowie zur alleinigen Selbstreflexion. In der Stille kann es sein, dass zunächst die Dinge hochperlen, die geklärt, bereinigt und angeschaut werden wollen. Sind sie alle bearbeitet, wirst du innerlich freier. Dann kommen vermehrt Impulse aus deinem Inneren, die dich weiterbringen, die dir Lösungen für anstehende Entscheidungen und Probleme bringen, kreative Einfälle sowie Impulse, die dich Schritt für Schritt zu deiner Herzenssache führen, für die du brennst und die deinen Talenten und Fähigkeiten entspricht. Sie helfen dir, dein ganzes Potential zu entfalten.
  3. Nimm dir täglich etwas vor, was du dazulernen willst
    Wo und wie willst du dich charakterlich verbessern, welchen inneren Wert möchtest du trainieren? Wenn du möchtest, kannst du dir dazu hier unsere Wertekärtchen herunterladen. Wenn du dir täglich nur einen kleinen Schritt vornimmst, wirst du innerlich stärker und souveräner. Dein Leben wird spannend, du entwickelst dich tagtäglich weiter – und du schöpfst dein Potential immer mehr aus.
  4. Lerne Vertrauen, glaube an dich
    Nimm dir Herausforderungen vor, an denen du wachsen kannst. Behandle dich dabei so, wie du als Kind von einem guten Begleiter behandelt werden möchtest. Sprich dir selbst Mut zu, liebe dich selbst, verzeihe dir Fehler und lerne daraus. So wirst du mehr und mehr die Angst besiegen, eine „falsche“ Entscheidung zu treffen, etwas falsch zu machen, zu versagen, von irgendjemand nicht mehr geliebt zu werden, zu verlieren oder dergleichen mehr. Hab einfach Mut, glaube an das Unmögliche und vertraue darauf, dass du durch die Ereignisse sowie Impulse der Tage so geführt wirst, dass du das Mögliche erreichst. Oft ist es hilfreich, dir an Stellen in deiner Wohnung Bewusstseinsstützen mit Texten aufzuhängen, die dir Mut machen, z.B.: Nimm dich nicht so wichtig – du bist größer als du denkst.

    „Mann muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“  Hermann Hesse

  5. Sei konstruktiv
    Bemühe dich in allen Situationen deines Lebens sowie in den Gemeinschaften, in denen du lebst, konstruktive Verbesserungsvorschläge und Lösungen zu entwickeln und einzubringen, anstatt mit dem zu hadern, was nicht gelungen ist, was andere evtl. falsch gemacht haben usw.Konstruktiv
  6. Freue dich täglich über alles, was dir gelungen ist
    Arbeite das Positive, was darin liegt, was in dir liegt, das du in die Welt bringen durftest, heraus und freue dich daran. Welche positiven Werte hast du heute an dir entdeckt? Welche Talente? Welche Fähigkeiten? Mache dir dieses Positive tagtäglich bewusst, sei dankbar dafür, freue dich darüber und sieh es als Geschenk an. Notiere es am besten in deinem Tagebuch. Dann fällt es dir auch leichter, das anzuschauen und unter die Lupe zu nehmen, was noch nicht so gut war, womit du nicht zufrieden bist. Arbeite daraus heraus den nächsten Lernschritt, das Positive, was du daraus folgerst, was du beim nächsten Mal besser machen und verändern willst. Das bringt positive Energie. Du wirst dich dann auch über das freuen können, was weniger gut war, weil du es konstruktiv genutzt hast. Wenn du andere verletzt oder geschädigt hast, entschuldige dich und mache es wieder gut – soweit möglich. Dann wirst du von Tag zu Tag ein positiverer Mensch und du kannst deine gesamte Energie auf die Herausforderungen lenken und bündeln, die du dir vorgenommen hast. Dein Potential wird sich so immer mehr entfalten. Unmögliches kann so möglich werden!
  7. Sei offen für Kritik
    Wir Menschen könnten uns in galoppierendem Tempo weiterentwickeln, wenn wir wirklich absolut offen für Kritik wären. So kritikfähig zu werden gelingt uns umso besser, indem wir zunächst die vorige Aufgabe geübt und zu einer Selbstverständlichkeit gemacht haben. Denn dann haben wir das, was andere an uns kritisieren, meist selbst bereits erkannt, analysiert und freuen uns darüber, dass wir uns verbessern dürfen. Das wird selbst dann der Fall sein, wenn die Kritik weniger konstruktiv daher kommt, weil wir selbst bereits eine konstruktive Lösung gefunden haben. Du kannst Vorbild für Andere sein, indem du bewusst nach Kritik, nach Verbesserungsvorschlägen, fragst, deine eigenen Erkenntnisse sowie konstruktiven Schlussfolgerungen offen legst und das umsetzt, was andere dir empfehlen und du selbst erkannt hast. Damit wirst du deinen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, weil sie spüren, dass es dir ernst ist, an dir selbst lernen zu wollen. Du förderst eine gute, offene Teamatmosphäre, was wiederum eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass du sowie die Gemeinschaft, in der du lebst, ihr ganzes Potential ausschöpft.
  8. Vermeide es, Gewinner- und Verlierersituationen zu schaffen
    Sei es bei Lernspielen mit Kindern und Jugendlichen in deiner pädagogischen Arbeit oder sei es im Umgang mit deinen Mitmenschen – suche stets nach Win-Win-Win-Situationen. Vermeide vor allem eine abwertende, stigmatisierende Sprache und ein entsprechendes Denken. Viele Menschen tendieren dazu, andere in eine bestimmte Schublade einzuordnen, um auf diese Weise sich selbst aufzuwerten, als „Gutmensch“ zu erscheinen und dem Anderen die Rolle des Buhmenschs zuzuschieben. Wenn du dem Anderen mal kräftig die Meinung sagst, deinen Ärger „auskotzt“, ihn abkanzelst oder ihn gar in Gedanken oder Worten als „bescheuert“ oder ähnliches titulierst, hast du zwar für den Moment das Gefühl, der oder die Bessere zu sein und im Streit „gewonnen“ zu haben – aber was bringt dir das? Mache dir bewusst, dass alle Menschen, mit denen du zusammenwirkst, Puzzlesteine sein können, die notwendig sind, damit du, deine Gemeinschaft als Ganzes, ihr ganzes Potential entfalten kann. Ein gutes Bild dafür sind die Farben des Farbspektrums, die zusammen weißes Licht ergeben. Fehlt eine bestimmte Farbe, ein bestimmter Aspekt, dann fehlt etwas, was auch zur Entfaltung deines ganzen Potentials entscheidend sein kann.
  9. Blicke nicht auf Andere – werde innerlich unabhängig
    Wenn du etwas tust, prüfe dich, ob du es tust, um es anderen recht zu machen, anderen zu gefallen, um gut da zu stehen oder um Konflikte zu vermeiden. Wenn du so handelst, möglichst nirgends „anecken“ willst und dich an der Masse orientierst, bist du ein/e Nachahmer/in. Du machst dich abhängig von der Meinung und dem Applaus Anderer. Hängst du dein Fähnchen nach dem Wind? Willst du dich selbst gut darstellen, um Applaus von der Masse zu erhalten oder folgst du deiner inneren Überzeugung und handelst dementsprechend? Richtest du dich auf das aus, was deinen Werten, deiner Ethik sowie dem was gut für Alle, also das große Ganze ist, oder folgst du deinem Ego, das sich aufwerten, gut dastehen und in einem bestimmten Licht wahrgenommen werden will? Diese Fragen kannst du dir stellen. Du kannst in dein Inneres hinein die Bitte sprechen, dass das, was du dir vorgenommen hast, sich dann und so erfüllen soll, dass es gut für Alle, also das große Ganze, ist und dass das, was an Ego-Wünschen darin steckt, dir bewusst werden soll. So wirst du von Innen her geführt. Die Situationen des Tages, die du so wacher und bewusster wahrnehmen wirst, werden dir zeigen, wo (noch) deine egoistischen Wünsche dein Leitmotiv sind. Wenn du wachsam und ehrlich zu dir selbst bist, wirst du über Ereignisse, Begegnungen und Erkenntnisse so geführt, dass dein Vorhaben zum Erfolg wird – zum Erfolg nicht für dein Ego, sondern zum Nutzen für Alle. So wächst du über dich hinaus.
  10. Manipuliere nicht und lass Dich nicht manipulieren oder vom Negativen anderer „anstecken“
    Dein Partner, deine Partnerin, ein Kollege, eine Kollegin, ein Freund oder eine Freundin berichten dir Negatives über eine andere Person. Sie reden also hinter dem Rücken eines anderen Menschen, der nicht dabei ist und somit keine Chance hat, sich zu verteidigen bzw. den Sachverhalt aus seiner Sicht darzustellen. Wenn du dies auch (noch) tust, solltest du dir im Klaren darüber sein, dass du manipulierst, dass du auf diese Weise versuchst, andere Menschen mit Deiner negativen Sichtweise zu „impfen“, sie also in deinem Sinne zu manipulieren. Sind die Menschen, die du mit deiner persönlich gefärbten (Negativ-)Sichtweise „impfst“, wenig reflektiert, bestätigen sie dich  in der Regel, anstatt kritische Fragen zu deiner Selbstreflexion zu stellen. Wenn deine Mitmenschen selbst nicht sensibel für die negative Energie sind, die du mitbringst und weiterträgst, werden sie dich nicht darauf hinweisen, dass es unfair ist, schlecht hinter dem Rücken anderer zu reden und dir wird es gar nicht auffallen, dass du sie manipulierst. Sie werden dir vielmehr nach dem Munde reden und dir bestätigen, dass du der gute Mensch bist, der andere aber der „böse“. Sie werden deine negative Energie möglicherweise weitertragen, anderen wiederum deine negative Sichtweise als Faktum weitergeben, anstatt dazuzusagen, dass es sich deiner Ansicht nach so zugetragen hat. Du hast auf diese Weise eine Kette negativen Denkens und Redens ins Rollen gebracht sowie eine Lernchance verpasst. Du kannst dich selbst aufwerten – aber was bringt dir das?
    Wenn du selbst andere nicht mehr manipulierst, wirst du auch wachsamer werden, wenn andere versuchen, dich zu manipulieren. Dann wirst du z.B. als Zuhörende/r neutral den Impuls geben: „Hast du deine Kritik dem soundso persönlich gesagt? Was konntest du selbst aus der Situation lernen? Welche konstruktive Idee zur Lösung des Konflikts hast du selbst?“
    Hinter dem Rücken anderer schlecht zu denken oder zu reden erscheint in unserer Welt zwar ziemlich „normal“, aber es ist extrem unfair, destruktiv und bringt weder dich, noch die Person(en) weiter, über die du schlecht denkst und redest. Es ist eine Art von „Krieg“.
    Wenn du willst, kannst du dich selbst in der Frage prüfen: wenn die Wände Ohren hätten, wenn alle Menschen fähig wären, alle deine Gedanken und Worte zu „lesen“ oder zu „hören“, auch wenn sie nicht anwesend sind, würdest du dann das Gleiche denken und reden, hättest du dann ein gutes Gewissen? Wenn du also selbst in deinem Reden, Denken und Fühlen nicht ganz transparent sein kannst, weil du hinter dem Rücken Anderer gegen sie agierst, dich vorneherum aber freundlich, friedlich und „liebevoll“ gibst – dann bist du unehrlich, unaufrichtig und doppelbödig. Du könntest dich fragen, was du damit eigentlich erreichen willst. Du zerstörst damit auf jeden Fall Gemeinschaft sowie das Vertrauen untereinander, das die Basis jeglicher Potentialentfaltung ist.

 

Hast Du Fragen, Anregungen oder Kommentare? Wir freuen uns darüber.

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