BNE Auszeichnungsveranstaltung: Schuetzer der Erde – Kornelia Haugg, Leiterin der Abteilung Berufliche Bildung, Lebenslanges Lernen im BMBF (l), Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission (7.vl), Prof. Dr. Gerhard de Haan, Wissenschaftlicher Berater der Nationalen Plattform BNE (2.vl), Thomas Mueller-Schoell (3.vl), Hanna Stanke (5.vl), Jana Hesse (6.vl), Celine Lorenz (4.vl). Berlin, 27.11.2017, Copyright: BNE/Thomas Koehler/photothek.net

Auszeichnet: Schützer der Erde e.V. leistet vorbildliche Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das BMBF und die Deutsche UNESCO-Kommission ehren herausragende Bildungsinitiativen für nachhaltige Entwicklung

 

Marktheidenfeld / Esselbach. Beim zweiten nationalen Agendakongress BNE am 27. / 28.11.2017 in Berlin zeichneten Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, 63 Kommunen, Netzwerke und Lernorte für ihren Beitrag zur Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms aus.

Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen sagte anlässlich der Verleihung der Auszeichnungen: „Wir brauchen Vorbilder, um den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu schaffen. Die Preisträger zeigen, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung in unserem Alltag gelebt werden kann. Nur durch Bildung verstehen wir die Auswirkungen unseres Handelns auf unsere Umwelt und Zukunft. Die Ausgezeichneten tragen mit ihrer Arbeit entscheidend dazu bei, unser Bildungswesen stärker am Prinzip der Nachhaltigkeit auszurichten. Damit liefern sie wichtige Impulse für die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung.“

Schützer der Erde e.V. gehört zu den 29 ausgezeichneten Lernorten, von denen 8 ihren Sitz in Bayern haben. Als einzige Organisation aus Unterfranken erhielt Schützer der Erde e.V. die höchste Auszeichnung der Stufe 3 (Gold). Die Jury der UNESCO würdigte damit das von Schützer der Erde e.V. seit 2003 in langjähriger Modell­projekt­arbeit ent­wickel­te, ganzheitliche Bildungskonzept, das in seiner Vision noch über Bil­dung für nachhaltige Ent­wick­lung (BNE) hinaus­geht, als herausragendes Beispiel für einen Bildungswandel im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Die Jury stellte fest: „Bereits mit der Gründung des Vereins Schützer der Erde e.V. im Jahr 2003 beschlossen die Mitglieder einen umfassenden BNE-Ansatz. Vorstand und Mitarbeitende entwickeln gemeinsam die Strategie für die langfristige und dauerhafte Etablierung des BNE-Ansatzes weiter, und passen ihn an aktuelle Gegebenheiten an. Schützer der Erde e.V. setzt auf eine vorbildliche Jugendpartizipation und entwickelt im Team mit Studierenden eine Ausbildung für Bundesfreiwillige.“

Kern des innovativen Bildungskonzepts von Schützer der Erde e.V. ist eine abenteuerliche Natur- und Umweltbildung, die Schützer der Erde e.V. als Mitwelt­bildung ansieht, da es dabei nicht nur um eine lebenswerte Zukunft für Menschen, sondern um den Schutz allen  Lebens, auch den Schutz der Würde und des Lebensrechts der Tiere geht. „Wir streben Freiwilligkeit in allen Lernstrukturen sowie eine Wir-Kultur des Miteinanders, der Selbstreflexion, des Vertrauens sowie der Wertschätzung an“, erläutert Diplompädagoge Thomas Müller-Schöll die Ziele des Konzepts, „weil wir dies als wesentliche Voraussetzung für Potentialentfaltung sowie die Änderung von Lebens- und Ernährungsstilen ansehen, die Menschen nur freiwillig vornehmen.“

Schützer der Erde e.V. bietet seit 2003 abenteuerliche, fünftägige Zeltlager-Projekte auf dem Jugendzeltplatz in Windheim für Kinder von 8-13 Jahren unter Bedingungen der Freiwilligkeit im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Marktheidenfeld an. Dabei werden die Kinder in spannende Spielgeschichten verwickelt und können zu den „Helden“ der Geschichten werden, indem sie eine Erdschützerausbildung bestehen. Das Konzept kommt bei den Kindern, wie der Verein in seinem Wirkbericht schreibt, sehr gut an und wird seit 2007 auch an andere Orte in Deutschland transferiert.

Schützer der Erde e.V. bietet aber nicht nur Kinder- und Jugendprojekte, sondern innovative Bildungs- und Engagementmöglichkeiten für junge, engagierte Nachwuchskräfte an, damit diese sich zu Fachkräften der Bildung für nachhaltige Entwicklung entwickeln können.

In einem bundesweiten Netzwerkteam, bestehend aus Fachkräften und Studierenden, hat der Verein das Konzept Wandlungs(t)räume (www.wandlungstraeume.de) entwickelt.

Das Team hat in einem partizipativen Prozess ein Ausbildungskonzept für junge Bundesfreiwillige entwickelt. Die Fachkräfte des Netzwerkteams bieten außerdem eine studien- und berufsbegleitende Weiterbildung für Studierende und Quereinsteiger*innen, die lernen wollen, innovative, eigene Pro­jekte der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu entwickeln und mit hoher Qualität umzusetzen.

Alle beteiligten jungen Menschen werden vom Verein dabei unterstützt, ihren – begleiteten – Lernweg möglichst frei und selbstbestimmt zu gestalten. „Wir wollen auf diese Weise Bildungsmodelle für eine Uni von Morgen erproben, bei denen das Verantwortungsbewusstsein, die Selbstreflexionsfähigkeit sowie freiwilliges Lernen und Wirken in besonderem Maße gefördert werden. Unsere ersten Erfahrungen bestätigen, dass junge Menschen unter derartigen Bedingungen bereits in kurzer Zeit über sich hinaus wachsen, mit großer Freude und Begeisterung lernen und sich in besonderem Maße engagieren“, erläutert Müller-Schöll das Konzept und freut sich über die erneute Auszeichnung.

Mehr Informationen:
http://www.bne-portal.de/de/akteure/profil/bildung-zum-schutz-der-erde-mitweltbildung-potentialentfaltung
http://www.bne-portal.de/de/node/2242

BNE-Portal der Deutschen UNESCO-Kommission
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Landkarte mit den ausgezeichneten Initiativen und weiteren Akteuren der BNE in Deutschland

 

Pressekontakt / Ansprechpartner:
Schützer der Erde e.V., Thomas Müller-Schöll, Goldbrunnenstraße 5, 97839 Esselbach
Fon/fax: 09394/9940028, info@schuetzer-der-erde.de www.schuetzer-der-erde.de

 

Hintergrund: Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und dem UNESCO Weltaktionsprogramm (2015-2019) ist die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben.

 

 

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