Biovegan – gesund, lecker, bezahlbar für alle Menschen?

Biovegane Ernährung – was ist damit gemeint?

Die biovegane Ernährung ist eine rein pflanzliche, also vegane, Ernährung und verwendet ökologisch angebaute Lebensmittel. In unserer Projektarbeit verwenden wir darüber hinaus – soweit möglich – Produkte aus bioveganem, friedfertigem Landbau. Bioprodukte von Discountern (Lidl, Aldi, Edeka,…) verwenden wir nicht. Denn Bio ist nicht gleich Bio. Zwischen Bioprodukten, die von ökologischen Anbauverbänden, wie z.B. Bioland, Naturland, zertifiziert wurden und den Billigbiomarken von Discountern bestehen enorme Qualitätsunterschiede. Wir leisten uns also nicht nur in unserem persönlichen Alltag in der Erdschützer-WG einen außergewöhnlich hohen Qualitätsstandard, sondern auch bei unseren Projekten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

  • Warum tun wir das?
  • Ist das überhaupt bezahlbar oder nur ein Luxus für Wohlhabende?
  • Ist eine biovegane Ernährung gesund oder riskieren wir Mangelerscheinungen?
  • Ist eine derartige Ernährung nicht sehr kompliziert?

Auf solche und ähnliche Fragen stoßen wir, wenn wir Infostände machen und unsere Projektarbeit vorstellen.

 

Warum leben wir eine biovegane Ernährung vor?

Gegenüber einer Mischkosternährung mit Lebensmitteln aus konventionelle r Land­wirt­schaft hat eine biovegane Ernährung zahlreiche ethische, ökologische, ökono­mische, soziale und gesundheitliche Vorteile. Diese Vorteile wollen wir bekannt­ma­chen, aufzeigen und als leckere Handlungsalternative anbieten. Dadurch wollen wir Menschen die Möglichkeit bieten, eine eigenverantwortliche Entscheidung zu treffen, ob – und wenn ja, wie – sie durch ihren Ernährungsstil zum Schutz der Erde beitragen wollen.

 

Biovegane Ernährung – Vorteile für den Klimaschutz

Welchen Effekt es für den Klimaschutz hätte, wenn Menschen sich biovegan ernäh­ren würden, zeigt folgende Grafik. Pro Person und Jahr könnten so viele klimaschäd­liche Gase eingespart werden, wie einer Autofahrt mit einem Mittelklassewagen auf einer Strecke von 4477 km entspricht – etwa so viel wie von Moskau nach Lissabon.

 

Grafik-Foodwatch

Durch eine biovegane Ernährung könnte auch die Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden in großem Ausmaß verringert werden. Allein die sogenannten „Nutztiere“, die in den USA gehalten würden, verursachen so viel Mist und Gülle, wie dem Kot und Urin der gesamten Weltbevölkerung entspricht. die sogenannten „Nutztiere“ der USA produzieren 130 mal mehr Ausscheidungen als die gesamte menschliche Bevölkerung (40 000 kg pro Sekunde). Die Exkremente von Nutztieren führen zu großen Umweltbelastungen, z.B. zur Belastung des Grundwassers und der Böden mit Nitrat, aber auch mit Rückständen von Medikamenten wie Antibiotika und Hormonen, die in der Tierzucht eingesetzt werden. Das in ihnen enthaltene Ammoniak ist wesentlich am sauren Regen und damit am Waldsterben beteiligt. Die konventionelle Landwirtschaft zerstört das Bodenleben, vergiftet das Grundwasser mit Pestiziden und zerstört die Artenvielfalt. Alle 20 Minuten stirbt eine Art aus.

 

Biovegane Ernährung – Vorteile für den Wasserverbrauch

Der Wasserverbrauch für tierische Lebensmittel ist – wie die nachfolgende Grafik zeigt – weit höher als der für pflanzliche Produkte. Wer sich für eine vegane Lebensweise entscheidet, kann pro Jahr über 5.000.000 Liter Wasser sparen[1]. In diesem Kurzfilm wird dies anschaulich erklärt:

Allein für ein 1 kg Rindersteak wird so viel Wasser verbraucht, dass damit eine Person ein ganzes Jahr lang täglich duschen könnte.

Vegi-Info2008-2-Mittelposter

 

Biovegane Ernährung – Vermeidung von Regenwaldabholzung

Alle zwei Sekunden verschwindet ein Hektar Regenwald – ein Fläche so groß wie ein Fußballfeld. Wenn diese Entwicklung in diesem Tempo weitergeht, werden im Jahr 2050 alle Regenwälder verschwunden sein, das artenreichste Ökosystem der Erde. 90% der Zerstörung des tropischen Regenwaldes werden durch die Massentierhaltung hervorgerufen.

 

Biovegane Ernährung – Verringerung von Land- und Ressourcenverbrauch

Wollten alle Menschen so viele tierliche Lebensmittel essen wie wir Menschen in den Industrieländern, könnten lediglich 2 Milliarden Menschen satt werden – bei einer Weltbevölkerung von ca. 7 Milliarden Menschen. Denn die Tiernutzung verschwendet Nahrungskalorien, verbraucht mehr Land und mehr fossile Brennstoffe.

 

Was wäre, wenn wir uns alle vegan ernähren würden?

Ein Forscherteam um Marco Springmann von der Universität Oxford beantwortet in einer Studie diese Frage mit konkreten Zahlen, die hier und hier veröffentlicht wurden:Bioveganes_Buffet-Vorteile-4

 

 

Biovegan – kann das gesund sein?

Während die Vorteile einer bioveganen Ernährung für die Tiere, die Umwelt, den Klimaschutz, den Wasser- und Landverbrauch sowie für die globale Gerechtigkeit unbestritten sind, wird die Frage, ob eine vegane Ernährung gesundheitlich von Vorteil ist, kontrovers diskutiert.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) lehnt eine vegane Ernährung für Schwangere, Stillende und Kinder während der kompletten Kindheit strikt ab.

Die ADA, die Amerikanischen Gesellschaft für Ernährung, die größte der Welt mit etwa 70.000 Mitgliedern, hingegen vertritt eine andere Auffassung als die DGE:

Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Adoleszenz.“

Wie kann es sein, dass es zu so unterschiedlichen Bewertungen kommt?

Die Antwort ist einfach: Die DGE traut der Bevölkerung offensichtlich nicht zu, dass sie sich in Ernährungsfragen selbst kompetent macht und verantwortungsvoll handelt. Das mag nicht weiter verwundern, da wir die Ergebnisse der oben genannten Oxford Studie nicht auf der Internetseite der DGE lesen.

 

  • Wie passt es zusammen, dass die Oxford Studie zu dem Schluss kommt, dass durch eine vegane Ernährung 8,1 Millionen Menschen jährlich vor dem Tod bewahrt werden und 1,5 Billionen Dollar eingespart werden könnten?
  • Wie kann es sein, dass die DGE trotzdem von einer veganen Ernährung abrät, anstatt massenhaft darüber aufzuklären, wie eine gesunde vegane Ernährung aussehen sollte.

 

Wir sind der Überzeugung, dass eine richtig geplante, biovegane Ernährung, die sich an den 7 Hauptregeln einer gesunden, veganen Ernährung orientiert, auf jeden Fall empfehlenswert ist:

 

  1. Am wichtigsten: So abwechslungsreich wie möglich ernähren!
  2. Vitamin B12 als Nahrungsergänzung nehmen, im Winter eventuell Vitamin D (entweder veganes Vitamin D2 oder Vitamin D3 veganer Herkunft), Jod erhalten Sie aus Algen oder Jodsalz, das Sie aber bitte sparsam verwenden.
  3. Vitamin-C-haltige Getränke zu den Mahlzeiten, um die Eisenaufnahme zu optimieren.
  4. Raffinierten Zucker und Auszugsmehl meiden.
  5. Zusätzliche Fette/Öle nur in geringen Mengen (Herzkranke sollten auf zusätzliche Fette/Öle völlig verzichten). Dies gilt aber nicht für vegane Kleinkinder. Tipp: Omega-3-Fettsäuren bezieht man am besten aus frisch gemahlenen Leinsamen.
  6. Industriell verarbeitete Nahrungsmittel eher selten konsumieren.
  7. Frische Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte bevorzugen.

 

Dass eine biovegane Ernährung gesund ist, wenn sie richtig praktiziert wird, beweisen auch zahlreiche vegane Spitzensportler, wie z.B.Brendan Brazier Vegan in Topform

    • Brendan Brazier, Triathlet, dreimaliger Hawai-Ironman-Sieger und Autor des Bestsellers „Vegan in Topform“
    • Carl Lewis, einer der erfolgreichsten Leichtathleten aller Zeiten oder
    • Partick Baboumian, der stärkste Mann Deutschlands.

Wenn es also möglich ist, dass Spitzensportler, die in besonderem Maße auf ihre Nährstoffzufuhr achten müssen, mit einer ausgewogenen, gesunden veganen Ernährung derartige Höchstleistungen vollbringen, warum sollten sich dann nicht alle Menschen biovegan und gesund ernähren können?

 

Was heißt überhaupt gesund?

Nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Gesundheit so definiert:

Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“

Nehmen wir diese Definition, dann wird uns vielleicht bewusst, dass die Krankheit unseres Planeten ein Spiegel unseres Mangels an Gesundheit ist. Denn eine wirklich gesunde Lebensweise kann nur im Einklang und in Harmonie mit allen Lebewesen auf der Erde funktionieren. Gesund ist aus dieser Sicht das, was uns individuell sowie unseren Planeten insgesamt langfristig gesund erhält. Eine richtig geplante biovegane Ernährung ist in diesem Sinne für alle Menschen absolut empfehlenswert.

 

Doch ist die biovegane Ernährungsalternative auch lecker, unkompliziert und bezahlbar – für alle Menschen?

  • In diesem Artikel geht es um die Frage: „Aber Bio ist doch so teuer?
  • Und in diesem Artikel findest du ein Beispiel, wie du blitzschnell und unkompliziert deine leckere, biovegane Milchalternative herstellen kannst, die nicht teurer, aber viel nährstoffreicher, sättigender und gesünder ist als Bio-Kuhmilch.

 

 Hast du Fragen oder Kommentare zu diesem Artikel? Wir freuen uns darauf!

 

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http://www.schuetzer-der-erde.de/gluecklicher-und-gesuender-durch-viel-obst-und-gemuese/

http://www.schuetzer-der-erde.de/warum_wir_seit_2015_nur_biovegane_verpflegung_anbieten/

[1] Quelle: Kurzfilm Vegan:

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