Bist du selbst der Wandel, den du dir auf der Erde wünschst?

Dieser Artikel gehört zur Artikelreihe zum Thema „Wandlungs(t)räume“.

Auf der Basis der in diesem Artikel und in diesem Artikel dargestellten Analyse kommt es auf jeden Einzelnen an, ob immer mehr Wandlungsräume entstehen können. Denn unsere inneren Schritte sind entscheidend dafür, dass solche „Räume“ und Gemeinschaften entstehen kön­nen. Wir können also, wenn wir das wollen, bei uns selbst anfangen.

Dieser Artikel kann dir helfen, wenn du das willst, selbst solche inneren Schritte zu tun und für dich ein Idealbild zu entwerfen, das dich begeistert und dem du näher kommen möchtest.

 

Lebst du bereits im Sinne deiner Vision eines idealen Wandlungsraums?

  • Kannst du jeden Gedanken, jedes Gefühl öffentlich aussprechen, ohne andere zu verletzen?
  • Bist du im Reinen mit allen Mitmenschen? Trägst du Niemandem mehr etwas nach? Gibst du nicht mehr anderen die Schuld, sondern hast deinen eigenen Anteil, deine Lernchance, deinen Veränderungsschritt stets erkannt?
  • Kennst du dich selbst – sowohl deine guten, also auch deine weniger guten Seiten?
  • Bist offen und dankbar für jegliche Kritik, weil du schnell den wahren Kern, die Lernchance, in jeder Kritik erkennst und analysierst, um daraus den nächsten Schritt der Veränderung einzuleiten?
  • Siehst du das Leben als Lebensschule und bist somit dankbar für alles, was du aus den Situationen des Tages lernen darfst?
  • Bist du wachsam und achtsam, um die kleinen und größeren Botschaften des Tages zu erfassen und daraus zu lernen?
  • Hast du selbst eine Vision für eine  lebenswerte, gerechte Zukunft und sehnst dich von Herzen danach, dieser – durch deinen inneren Wandel – näher zu kommen?
  • Hast du eine Vision, wie du dich selbst entwickeln willst? Ein Idealbild, wie du selbst werden willst (z.B. verständnisvoll, gütig, selbstlos, liebevoll, gerecht, geschwisterlich, geradlinig, klar, treu, innerlich unabhängig…)?
  • Wendest du dich immer wieder nach Innen, nimmst dir Zeit für Stille, Dank­bar­keit, Alleinsein, möglicherweise auch in der Natur? In der Stille findet inneres Wachs­tum statt. Wir schöpfen Kraft, laden uns auf, „tanken Energie“ aus un­se­rem Inneren.
  • Bist du energiegeladen, ein Energiebündel, weil du voller Freude, Glück und Be­geisterung bist, weil du dafür brennst, zum Wandel auf der Erde beitragen und mit deinen Erfahrungen anderen auf dem Weg des inneren Wandels bei­stehen und helfen zu dürfen?
  • Fühlst du dich mit der Erde, allen Lebewesen, dem Universum in Liebe ver­bun­den, sodass du nichts mehr erwartest, sondern erfüllt bist von der Freude am Geben, unabhängig davon, ob du allein oder in Gemeinschaft bist, unab­hängig davon, ob du Dank und Anerkennung für das, was du tust, empfängst?
  • Bist du in der Lage, in allem, auch in so genannten „Niederlagen“, Misser­fol­gen und im „Scheitern“, das Positive, die Lern- und Veränderungschance zu fin­den und zu erkennen?
  • Bist du stets in der Lage und willens, deine Schwächen und Fehler zu er­kennen, um sie immer mehr in Stärken umzuwandeln, dadurch echtes Selbst-Bewusstsein und innere Unabhängigkeit zu entwickeln, sodass du immer we­ni­ger manipulierbar bist, immer sensibler wirst, wo und wann andere dich zum Objekt ihrer Absichten machen wollen und dabei nicht mehr mitspielst?
  • Bist du wirklich eigenverantwortlich, trägst also die Konsequenzen deines Han­deln und schaust auf deinen eigenen Anteil bei Konflikten, anstatt anderen Schuldvorwürfe zu machen?
  • Ist es dir ein tiefes inneres Bedürfnis, zu einer hierarchiefreien Gemein­schaft beizutragen, in der alle nicht nur formal gleichberechtigt sind, sondern auch an sich arbeiten, um gleichermaßen innere Verantwortung zu tragen / tragen zu können? Tust du daher deine Schritte, um immer mehr innere Verantwortung tragen zu können?

 

Bist du innerlich frei, um im Augenblick leben und in deiner vollen Kraft sein zu können?

Wenn du im Alltag steckst, kann es sein, dass dich ungelöste Probleme belasten, dass dich Trauer, Wut oder Verzagtheit überkommen, dass du dich gestresst fühlst, weil du es allen Menschen recht machen möchtest (der Uni, der Professorin, dem Partner / der Partnerin, den Eltern, den Freund*innen usw.). Wie kannst du mit sol­chen Situationen umgehen, bei denen du merkst, dass sie die dir Energie und Kraft entziehen?

Probier doch einfach mal folgendes aus:

  • Nimm dir bewusst Zeit, in die Stille zu gehen
  • Wenn störende und ablenkende Gedanken kommen, schreibe sie auf und las­se sie dann los. Du kannst sie später anschauen und analysieren.
  • Danke für alles, für das Gute und Schöne, aber auch für die Situation, an der du wachsen darfst – die Herausforderung.
  • Bitte deine innere Weisheit, bitte die höchste Kraft im Universum um Hilfe und Beistand.
  • Fühle dich nicht klein und verurteile dich nicht, sondern fühle dich geliebt – bedingungslos und unabhängig von der Leistung und den Erwartungen, die Andere von dir verlangen. Stelle dich gedanklich neben dich und ermuntere dich, so wie du es mit einem kleinen Kind tun würdest, das du liebst. Gib dich tief in dieses Gefühl, das Gefühl des Geliebtseins hinein. Fühle es.

Vielleicht nützt dir auch dieses Gelassenheitsgebet:

Gott,
gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Wie willst du dich entwickeln? Was gehört zu deinem Idealbild? Welche inneren Werte willst du entwickeln?

Wie willst du dich entwickeln? Was gehört zu deinem Idealbild? Welche inneren Werte willst du entwickeln?

 

Hinterfrage dich selbst: Warum?

Nachdem du mehr in die Stille gefunden hast, wenn du entspannter bist, dann nimm dir – wenn du möchtest – Zeit, um das zu analysieren und zu hinterfragen, was dich niedergeschlagen und traurig macht, indem du dich z.B. fragst:

  • Warum willst du es allen Menschen recht machen?
  • Warum brauchst du die Bestätigung und Anerkennung anderer Menschen?
  • Von wem willst du Anerkennung haben – und warum?
  • Was willst du von dieser Person und warum?
  • Was wäre, wenn die Personen von denen du Energie, Anerkennung, Bestä­ti­gung haben willst, sie dir nicht mehr geben würden? Was wäre der „worst case“, vor dem du Angst hast? Wie würdest du mit einem solchen „worst case“ umgehen?

Wenn du dich in diesem Sinne hinterfragst, kommst du dir selbst auf die Spur und kannst, wenn du das willst, Schritte tun, um innerlich freier, unabhängiger und stärker zu werden. Vielleicht fragst du:

Wie gehe ich damit um, dass ich Leistungen für mein Studium nicht so erbringe, wie ich es gerne erbringen würde?

Auch hier kannst du dich selbst hinter­fra­gen und deinen inneren Ratgeber um Hilfe bitten:

  • Was wäre so schlimm, wenn du eine Klausur vermasselst?
  • Siehst du in der Klausur wirklich einen Sinn?
  • Wenn ja, welchen?
  • Was bereitet dir wirklich Freude beim Lernen auf diese Klausur?

Wenn du keine Freude verspürst und sie nur hinter dich bringen willst:

  • Welches höhere Ziel ist es wert, das, was du als Fremdbestimmung empfin­dest und was dich „klein“ macht, durchzustehen – aus Liebe?

Oder gibt es eine bessere Lösung, einen besseren Weg, um an das Ziel zu kommen, das du dir gesetzt hast (z.B. Coach für den Wandel zu werden)?

Wenn du dich auf diese Weise immer wieder selbst hinterfragst und das Universum, deine innere Weisheit, bittest, dir Klarheit, Mut, Kraft und Freude zu schenken, dann werden sich deine Situation – und du selbst – Schritt für Schritt wandeln.

Was dir vielleicht auch Kraft und Mut geben kann:

Wie sehr dich aktuell eine Situation auch belastet und stresst – sieh’ sie als Übungs­lek­tion in der Schule des Lebens an, nimm sie sportlich. Alles, was du in dem be­schrie­benen Sinne für dich erfolgreich bearbeitet, erkannt, gelöst hast – das macht dich zu einem Vorbild, zu einem Lebenslern-Coach. Denn mit allen Erfahrungen, dem, was du durchgestanden, überwunden, bereinigt und geklärt hast, wächst dein in­ne­rer Reichtum, dein Erfahrungsschatz, mit dessen Hilfe du Anderen auf ihrem Weg des inneren Wandels beistehen kannst – ob beruflich oder privat spielt dabei keine Rolle.

 

Wut, Ärger und Trauer – was tun gegen den Weltschmerz?

Vielleicht sagst du nun, dass du dich ohnmächtig fühlst, dass du traurig, wütend, ärgerlich bist über die Skrupellosigkeit von Politikern, die z.B. Glyphosat zulassen und die Vergiftung von Mensch, Natur und Tieren in Kauf nehmen.

Vielleicht ärgerst du dich über die Abholzung von Wäldern, die Zerstörung von Natur­re­servaten, über die Profitgier von Menschen, die ihr Energiehunger dazu treibt, die letzten Bodenschätze aus der Erde zu holen und denen ihr Profit wichtiger ist als Ge­sundheit und Natur?

Vielleicht bist du wütend über die Gleichgültigkeit, mit der das Ertrinken und Verhun­gern von Menschen tagtäglich in Kauf genommen wird oder über die korrupten Men­schen, die  – um ihrer eigenen Vorteile willen – Menschen, Tiere, Natur schädigen und ausbeuten?

Das mag alles sein. Doch: Was tust du, um bei dem „Spiel“ der Mächtigen nicht mehr mitzuspielen? Lebst du höhere Werte bereits vorbildlich vor und überlegst dir sehr ge­nau, wen du mit deinem Geld / deiner Energie unterstützt?

  • Lässt du dich nicht mehr korrumpieren, lebst nicht mehr auf Kosten Anderer, suchst nicht mehr deinen persönlichen Vorteil, sondern lebst durch und durch gerecht?
  • Behandelst du alle Menschen fair, gerecht und gleich oder bevorzugst und be­nach­teiligst du, wertest den einen auf, den Anderen ab? Lässt du den einen Men­schen links liegen, weil er dir gleichgültig ist und buhlst um die Anerken­nung, Bestätigung und Liebe des Anderen?
  • Wer oder was steht bei dir an erster Stelle? Dein*e Partner*in, deine Familie, dein Freundeskreis oder der tiefe innere Wunsch, zum Glück und zur Verrin­gerung von Leid bei allen Lebewesen auf dieser Erde beitragen zu wollen?
  • Drehen sich deine Gedanken und Gefühle noch zum überwiegenden Großteil um dich selbst, drehen sich darum, wie es dir geht, was du dir für dich persön­lich wünschst? Oder hast du bereits ein Ziel, für das du brennst, mit dem du zu einem positiven Wandel auf der Erde, zu einer besseren, gerechteren Welt beiträgst? Bist du bereits im TUN, engagierst dich also bereits freiwillig in viel­fäl­tiger Form für einen solchen Wandel, für das Gemeinwohl?

Alle diese Fragen können uns helfen, uns tiefer zu erkennen, um unsere nächsten Schritte zu tun. Solange wir nicht erkennen, dass und inwiefern und in welchem Aus­maß wir Teil der Probleme dieser Erde sind, werden wir uns auch nicht damit be­fas­sen (wollen), Teil der Lösung zu werden.

Haben wir uns selbst ein Stück weit erkannt und unsere inneren Schritte getan, um ehrlicher zu uns selbst zu sein, sind wir zufriedener, glücklicher, liebevoller gewor­den, haben selbst eine klarere Orientierung gefunden, dann werden wir in uns mög­li­cherweise den inneren Drang und Wunsch verspüren, anderen weiterhelfen zu wol­len.

Denn solange du noch stark problembeladen bist, dein Leben noch nicht „auf der Reihe“ hast und noch viel um dich selbst kreist, wirst du nicht die Kraft haben, als Pionier*in für andere Menschen etwas auf die Beine stellen zu können. Es gilt also immer, zunächst sich selbst zu erkennen, sich über das Gute zu freuen und das Un­gute Schritt für Schritt zu überwinden, um so die Kraft und Standfestigkeit zu ent­wickeln, als Pionier*in des Wandels Veränderungen im Sinne einer lebenswerten, gerechten Zukunft voranzubringen.

 

Auf dein gutes Beispiel, auf dein Vorbild, kommt es an

Wenn uns bewusst ist, dass jede größere und kleinere Veränderung in uns selbst beginnt, dann werden wir uns immer über alle kleinen Schritte freuen, die wir jeden Tag tun dürfen, um uns entsprechend unserem eigenen Idealbild zu verändern und weiterzuentwickeln.

Wenn wir im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung / Bildung zum Schutz der Erde etwas bewirken wollen, dann liegt es auf der Hand, dass es in erster Linie da­rauf ankommt, ob wir das, was wir vermitteln wollen, auch selbst vorleben. Mit Vorle­ben ist dabei nicht nur ein bewusster, achtsamer Konsum- und Lebensstil gemeint, son­dern auch unsere innere Haltung, unsere gelebten Werte. Unser innerer Wandel, das, was wir an uns selbst erkannt, verbessert, überwunden haben, das ist der Er­fahrungsschatz, mit dem wir andere im Herzen berühren können, weil sie spüren, dass wir authentisch sind, dass wir das leben, was wir sagen.  Indem wir tagtäglich un­se­ren Tag überdenken und auswerten, uns über das Gute freuen und dankbar da­für sind, indem wir das weniger Gute anschauen, analysieren, das Positive darin fin­den und die nächsten Verbesserungsschritte daraus ableiten, um sie dann zu tun, ge­winnen wir Erfahrung an uns selbst. Und das ist das, was best-practice im Bereich Bildung zum Schutz der Erde in erster Linie ausmacht. Denn in der Art und Weise, wie wir an uns selbst lernen, in der wir jeden Tag bewusst leben und nützen, um uns im Sinne unseres eigenen Idealbilds zu verbessern, schaffen wir auch eine gute Grund­lage, um innovative Pädagogik zu praktizieren, die sich modellhaft, durch Ver­such und Irrtum entwickelt.

In der Pädagogik brauchen wir allerdings auch unser Handwerkszeug. Das sind Me­tho­den, die Fähigkeit, zu strukturieren, uns konkrete Ziele zu setzen und vieles mehr. Auch hier gilt wieder: Leben wir das, was wir mit Hilfe von Methoden vermitteln wol­len authentisch vor? Wenn wir beispielsweise Kinder dazu motivieren wollen, einmal auszuprobieren, eine Viertelstunde an einem selbst gewählten „geheimen Lieblings­platz“ im Wald zu verbringen – ganz still und allein –, dann sollten wir in diesem Sinne bereits über einige Erfahrungen an uns selbst verfügen, sodass der Funke der Begeisterung überspringt. Haben wir eine Methode jedoch nicht wirklich verinnerlicht, sondern wenden sie gleichsam eines Theaterstücks an, in dem wir eine Rolle spie­len, die wir auswendig gelernt haben, dann wird das Menschen wenig berühren. Wir sollten uns also bei allen Methoden immer wieder fragen, welche Methode zu uns passt, unseren eigenen Erfahrungen entspricht und wir somit das vorleben, was wir weitergeben.

Hast du auch Erfahrungen auf dem Weg des inneren Wandels? Wir freuen uns, wenn du sie mit uns teilen willst.

 

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