Potenzialentfaltung oder egoistische Selbstverwirklichung?

6 Tipps, um durch die Entwicklung innerer Werte Potenzialentfaltung zu fördern und durch inneren Wandel zum äußeren Wandel beizutragen

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Wir selbst sind Teil der Probleme dieser Erde, können aber zum Teil der Lösung werden, wenn wir uns dafür entscheiden. Dies geschieht dadurch, dass wir uns zunächst bewusst werden, inwiefern die Krankheit unseres Planeten Erde und die Krisen im Äußeren ein Spiegel unseres Inneren sind:

  • Wo und wie tragen wir mit unseren Gedanken und Gefühlen zu Krieg, Hass und Feindschaft bei, anstatt zu vergeben und lieben zu lernen?
  • Wo und wie verschmutzen, verpesten und vermüllen wir die Atmosphäre in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen, anstatt in unseren Gedanken und Gefühlen erst mal innerlich Ordnung zu machen?
  • Wann und wie verhalten wir uns ungerecht, unfair, gleichgültig und lassen unsere Mitmenschen „links liegen“, weil sie uns egal sind?
  • Wann und warum sind wir rechthaberisch, zänkisch, unversöhnlich, anstatt uns selbst zu erkennen und den Balken im eigenen Auge zu sehen?

Wenn wir uns dies bewusst machen, verändert sich unsere Perspektive. Wir zeigen nicht mehr mit dem Finger auf die Anderen, denen wir die Schuld geben. Wir lamentieren nicht mehr über die grausame, schreckliche Welt, lästern nicht mehr über unsere Mitmenschen, über die Verfehlungen der Anderen, sondern wir packen selbst an – und ändern uns selbst.

Wie geht das? Eigentlich ganz einfach, wenn du es wirklich willst:-)

Im Folgenden findest du vier Schritte, um selbst der Wandel zu werden, den du dir auf der Erde wünschst – und damit gleichzeitig das Potenzial zu entfalten, das in dir steckt.

 

1. Potenzialentfaltung oder egoistische Selbstverwirklichung?

Manche Menschen verwechseln Potenzialentfaltung mit egoistischer Selbstverwirklichung. Vielleicht fragst du nun: „Ist es nicht eine Form von gesundem Egoismus, wenn man an sich selbst glaubt und das Leben führt, das man führen will?“ An sich selbst zu glauben, die ungeahnten Möglichkeiten, die in dir stecken, zu erkennen – das ist wichtig, um dein Potenzial zu entfalten. Doch wenn du dir nicht auch die Frage stellst, welches Leben du führen, an welchen Werten  und Idealen du dich orientieren willst, dann entdeckst du möglicherweise viele Fähigkeiten, Talente, erfährst Selbstverwirklichung im Beruf, vielleicht wirst du sogar reich und berühmt damit – aber bist dir vielleicht nicht bewusst, dass du auf Kosten Anderer lebst, Menschen, Tiere und Natur schädigst, Teil der Probleme dieser Erde bist und Andere sowie die Gesellschaft als Ganzes dabei behinderst, ihr Potenzial voll auszuschöpfen.

 

 2. Entwickle innere Werte – entwickle dein inneres Potenzial

Potenzialentfaltung bedeutet, den möglichen Menschen zu entwickeln, nicht nur im Sinne der Entwicklung von Fähigkeiten und Talenten, sondern auch in ethischer Hinsicht. Schritte in diese Richtung können z.B. die Entwicklung von inneren Werten sein, die du dir vornimmst und die du tagtäglich trainierst. Du kannst, wenn du willst, per Zufall ein Wertekärtchen[i] ziehen und den Begriff, den du gezogen hast, auf dich wirken lassen: Einfühlsam, respektvoll, selbständig, selbstkritisch, fröhlich, fürsorglich, großzügig, pünktlich, ordentlich, naturverbunden…

Du kannst einen solchen Begriff auf dein Inneres wirken lassen:

  • Ist der Begriff für dich überhaupt ein erstrebenswerter, positiver Wert oder spürst du innere Widerstände?
  • Vielleicht wurdest du irgendwann zu äußerer Ordnung gezwungen und sträubst dich nun gegen den Begriff „ordentlich“?
  • Doch wie sieht es mit deiner inneren Ordnung aus? Sind deine Gedanken und Gefühle in Ordnung? Respektierst du die Ordnung, die Grenzen und Bedürfnisse deiner Mitmenschen? Bist du fahrig, unkonzentriert und verursachst dadurch Fehler und Schäden? Oder „räumst du negative Gedanken und Gefühle in deinem Inneren immer schnellstmöglich auf“, um frei zu sein für die positiven Vorhaben, mit denen du die Welt ein wenig besser machen willst?

Nimmst du dir immer wieder Zeit für Stille, für Dank und für Selbstreflexion? Dann wirst du merken, wie wichtig das ist, um die inneren Störgeräusche, Störgefühle und Störgedanken zu erkennen, zu analysieren und zu bereinigen, damit sie dich nicht unterbewusst beeinflussen und dir Energie rauben. Wenn du dir tagtäglich einen positiven, inneren Wert vornimmst, dein Denken, Fühlen und Verhalten daran misst und dich am Abend selbstkritisch prüfst, wann und wo du diesen inneren Wert bereits lebst und wann und wo noch nicht, dann kannst du jeden Tag von Herzen für das danken, was du an Positivem an dir erkennst und aus dieser positiven Basis heraus auch das weniger Gute anschauen, dafür danken, dir neue Vorsätze vornehmen, dich Schritt für Schritt ändern und auf diese Weise innere Werte und innere Stärke entwickeln. Denn auf diese Weise lernst du dich selbst kennen – so wie du wirklich bist, dein Positives und dein weniger Positives. Und jeden Tag kannst du dich wieder aufs Neue für das Positive entscheiden, dieses Positive weitertragen, die Welt dadurch ein klein wenig besser machen und so zur Lösung der Probleme dieser Erde beitragen.

 

3. Entwickle dein persönliches Idealbild

Wenn du diese genannten Schritte tust, wirst du nicht nur immer mehr positive Werte an dir selbst entdecken, sondern auch bei Anderen. Durch die Auseinandersetzung mit inneren Werten wirst du deine Tage bewusster leben und dich selbst immer tiefer erkennen. Aufgrund deiner wachsenden Selbsterkenntnis und Selbstveränderung wirst du auch deine Mitmenschen immer besser erkennen und verstehen. Du wirst in dem, was sie sagen, das herauslesen und spüren, was sie „zwischen den Zeilen kommunizieren“. Dein Verständnis und Mitgefühl für deine Mitmenschen, ja für alle Mitlebewesen, wird zunehmen. Deine Freude und Dankbarkeit wird wachsen ebenso wie deine positive Ausstrahlung. Deine Mitmenschen werden spüren, dass du ein immer positiverer Mensch wirst, der immer energiegeladener wird, weil er zu seiner inneren Quelle der Kraft gefunden hat. Was du tagtäglich an dir erkannt und was du aus den Situationen des Tages gelernt hast, daraus kannst du, wenn du willst, dein persönliches Idealbild erstellen, an dem du dich orientierst, das du in dir bejahst und das du lieben lernst. Stelle dir den edlen, selbstlosen, großzügigen, freudig gebenden, einfühlsamen, versöhnlichen, friedfertigen Menschen vor, der du werden willst und „verliebe“ dich idealerweise in dieses Idealbild, das du anstrebst. Ja, es wird sicherlich immer wieder Tage geben, an denen du unzufrieden und frustriert bist, weil du diesem deinem Idealbild (noch) nicht so entsprichst, wie du dir das wünscht. Darum ist es hilfreich, wenn du ein Tagebuch führst, in das du tagtäglich aufschreibst, was du Positives an dir entdeckt hast, aber auch das, was du noch verbessern willst. Wenn dann einmal die Situation eintritt, dass du niedergeschlagen und „schlecht drauf“ bist, dann kannst du in dein Tagebuch schauen und dir wieder bewusst machen, wie viel Positives an dir ist und welche Schritte du schon geschafft hast. Das wird dir neue Kraft und Mut geben, das anzupacken, was gerade ansteht und auch darin das Positive, den neuen Lernschritt zu entdecken.

Du hast es in der Hand: Du kannst immer nach der Gemeinsamkeit, der Verbindung suchen oder Dich von Deinen Mitmenschen trennen, sie links liegen lassen und wie Luft behandeln

 

 4. Danke für Konflikte und Kritik – du kannst daran nur wachsen

In diesem Artikel von Céline sowie in diesem Artikel findest du Beispiele für diese Aussage. Wieso solltest du dankbar für Konflikte und Kritik sein? Das kannst du nur, wenn du dich entschieden hast, dich selbst ändern zu wollen, wenn du das Leben als Lebensschule ansiehst, um dich selbst zum Positiven zu verändern, um dadurch auch einen Beitrag dazu leisten, dass durch deinen inneren Wandel ein äußerer Wandel erfolgen kann. Wenn du deinen inneren Kompass auf dieses Ziel ausgerichtet hast, wenn es dir ein inneres Bedürfnis ist, deinem persönlichen Idealbild näher zu kommen, dann kannst du Konflikte und Kritik als Chance sehen, um dich weiter zu entwickeln, um an dir selbst zu lernen und um über dich selbst hinauszuwachsen. Dann wirst du erkennen, welche ungeahnten Möglichkeiten in dir stecken. Dein Blick und dein Bewusstsein werden sich weiten und du wirst dein Potenzial immer mehr entfalten. Du wirst dich nicht mehr kraftlos, schlapp und mutlos fühlen, sondern energiegeladen und voller Freude und Dankbarkeit sein. Dadurch, dass du dich selbst kritisch anschaust, wird dich die Kritik Anderer immer seltener überraschen, denn du wirst feinfühliger und ahnst meist schon, was sie dir sagen wollen, was du noch verbessern kannst. Du wirst deine Mitmenschen einladen, dir Kritik offen und ehrlich zu sagen, weil du diese als Geschenk ansiehst, um dich weiter zu entwickeln. Konflikte wirst du offen ansprechen können, anstatt sie „unter den Teppich zu kehren“, denn da du selbst ja gerne dazulernen willst – was soll dir passieren? Du kannst nur dazu lernen! Durch diese Art der friedlichen Konfliktlösung, durch deine positive innere Einstellung dazu, wirst du immer besser verstehen lernen, wie „deine Mitmenschen ticken“, weil ihr euch aussprecht. Dadurch kommt ihr euch einander näher, dein Verständnis für deine Mitmenschen wächst – aber auch dein Vertrauen ins Leben. Denn wovor solltest du noch Angst haben, wenn du offen für Veränderung bist?

 

5. Werde zum Gemeinschaftsmensch und schätze den Wert von Gemeinschaft für Potenzialentfaltung – deine und die der Anderen

Gerald Hüther schreibt:

„Wir brauchen Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen.“

Gemeinschaften bieten die Chance, voneinander und miteinander an sich selbst zu lernen. Wenn du dich als Forschende*r auf der Suche nach dem möglichen Menschen siehst und dich darin übst, innere Werte zu entwickeln,  dann wirst du immer weniger auf das Negative bei deinen Mitmenschen schauen, sondern das Positive an ihnen entdecken, in dem sie dir möglicherweise in mancherlei Hinsicht Vorbild sind bzw. sein können. Denn was einem Menschen möglich ist, ist dir vom Prinzip her auch möglich. Wenn ein Mitmensch besonders mitfühlend, offen, klar, strukturiert, zielbewusst und (selbst-)kritisch ist, dann kannst du diese inneren Werte auch in dir entwickeln – wenn du das willst. Wenn du dir selbst vorgegeben hast, deine inneren Werte entwickeln zu wollen, wirst du die gelebten inneren Werte der anderen immer mehr wahrnehmen, dankbar dafür sein und sie wertschätzen – vielleicht auch wohlwollend ansprechen, weil du dich darüber freust. Dadurch werden sich die Beteiligten einander näher kommen, sich gegenseitig ermutigen und inspirieren. In einer Gemeinschaft kannst du dich leichter selbst erkennen: Wo stehst du? Übernimmst du in jeder Gemeinschaft, in jeder Gruppe, gleichgültig, welche Rolle du dort inne hast, von Innen her Mitverantwortung, trägst mit, bringst dich ein und gibst den Anderen auf diese Weise wieder etwas zurück? Wenn du in einem Seminar oder einer Gruppe eine Leitungsrolle innehast, ist eine solche innere Haltung für dich vielleicht selbstverständlich, aber wie verhältst du dich als Teilnehmer*in? Bist du dann auch pünktlich, energiegeladen, fürsorglich oder nutzt du die Gruppe sowie ihre Energie solange, wie sie dir nützlich ist und es dir persönlich etwas bringt? Bist du freudig gebend oder nimmst du mehr und schaust mehr auf deine persönlichen Vorteile? Klaust du der Gruppe Energie und Zeit, indem sie immer auf dich warten muss oder hältst du dich zuverlässig an gemeinsame Vereinbarungen, weil du dir selbst und deinen Mitmenschen treu bist, weil es dir von Innen her ein Bedürfnis, die Zeit deiner Mitmenschen zu respektieren und wertzuschätzen? Die Entwicklung von inneren Werten ist der Schlüssel zur Potenzialentfaltung. Durch die Entwicklung innerer Werte entwickelst du nicht nur dein individuelles Potenzial, sondern förderst auch die Potenzialentfaltung der Gemeinschaften, in denen du lebst und wirkst – und auch der großen Erdengemeinschaft aller Lebewesen auf diesem Planeten.
 

6. Öffne dich dafür, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen

Wie verhältst du dich, wie denkst und wie fühlst du, wenn du Dinge erfährst, die scheinbar unmöglich sind? Kann es sein, dass Menschen fähig sind, mit Tieren zu kommunizieren, von Lichtnahrung zu leben, Gedanken zu lesen? Kann es sein, dass alle Menschen zu umfangreichem, tiefem Mitgefühl fähig sind, dieses Potenzial aber nicht ausleben, weil sie abgestumpft sind? Wenn du von unglaublichen Dingen erfährst, kannst du das entweder als Spinnerei und Scharlatanerie abtun oder du kannst zumindest die Möglichkeit nicht ausschließen, dass andere Menschen Fähigkeiten, feinere Sinne und Wahrnehmungen entwickelt haben als du. Manche derartige Informationen sind vielleicht nicht relevant für dein Leben. Aber manche könnten dich zum Nachdenken bringen: Wie sähe ein lebenswerter Planet der Zukunft aus, wenn wir Menschen uns nicht mehr gegenseitig belügen und täuschen könnten, weil wir ein derartig feines Gespür, eine unglaubliche Intuition entwickelt haben, sodass uns Niemand mehr etwas vormachen kann? Wie sähe unser Umgang mit Tieren aus, wenn wir die Sprache der Tiere verstehen könnten, wenn wir in unserem Herzen wahrnehmen könnten, dass uns z.B. ein Schwein anfleht: „Bitte, bitte lass mich leben“? Wie sähe unser Miteinander aus, wenn wir uns der Kraft unserer Gedanken, der positiven wie negativen wirklich bewusst wären? Wir könnten über uns hinauswachsen und das scheinbar Unmögliche möglich machen!

 

Was meinst du dazu? Welche Erfahrungen hast du mit der Entwicklung innerer Werte? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

[i] Hier kannst du kostenlos Wertekärtchen herunterladen, ausdrucken, ausschneiden und für diese Übung verwenden

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