Warum ein soziales Experiment Selbstlernstudium?

Warum Schützer der Erde e.V. ein soziales Experiment Selbstlernstudium Mitweltpädagogik / Bildung zum Schutz der Erde anbietet

Viele junge Menschen wünschen sich sehr, eine sinnerfüllte Tätigkeit in der Bildung zum Schutz der Erde ausüben zu dürfen. Doch nur Wenigen gelingt dies bisher, obwohl ein Wandel in der Bildung so dringend nötig wäre. Neue Wege sind gefragt, Wege des freien eigenverantwortlichen Wirkens und Lernens, wie zahlreiche erfolgreiche PionierInnen des Wandels zeigen. Das von uns geplante soziale Experiment Selbstlernstudium soll eine Antwort auf die drängenden Herausforderungen unserer Zeit sein und jungen Menschen helfen, neue Wege zu erproben.

Viele junge Menschen tun sich nach Abschluss ihrer schulischen Laufbahn schwer, eine Ent­schei­dung zu treffen, welchen weiteren Lern- und Lebensweg sie einschlagen wollen. Das ist kein Wunder, da sie in der Schule durch den „heimlichen Lehrplan“ geprägt wurden, also durch Strukturen, die echte Eigenverantwortung, Freude am Lernen, freiwilliges, angstfreies Lernen, Entwicklung innerer Motivation, Selbst- und Sinnfindung eher erschweren als fördern:

 

  • Man musste Vieles in sich hineinpauken, worin man keinen Sinn sieht und womit man sich freiwillig nicht befassen würde – anstatt herauszufinden, wofür man sich gerne und mit Freude engagieren und kundig machen will.
  • Man musste eine Struktur des 45-Minuten-Taktes, das durchs Pausenklingeln angezeigt wird, verinnerlichen, anstatt selbst den inneren Motor der Begeisterung zu spüren und selbst in der Gruppe entscheiden zu dürfen, wann Bewegung, Entspannung, Abschalten, Auftanken etc. an der Reihe sind.
  • Man wurde auf Bewertungen durch Andere, durch „Autoritäten“, hingelenkt, anstatt Eigenverantwortung, ehrliche, zutreffende Selbstkritik und Selbstreflexion zu trainieren.
  • Man verinnerlichte die Angst vor Fehlern, vor Versagen sowie ein Konkurrenzdenken, da JedeR für sich alleine um die „besten Startplätze“ im Leben kämpft, die durch den sogenannten NC (Numerus Clausus) zugeteilt werden, obwohl ein guter Noten­durch­schnitt gar nichts darüber aussagen muss, ob man das Talent und die Fähigkeit hat, ein guter Arzt, Psychologe o. ä. zu werden. So wurden innere Blockaden und Lebensängste gefördert, anstatt echtes (Selbst)-Vertrauen, Urvertrauen und innere Unabhängigkeit zu entwickeln.
  • Man erfuhr die „Welt der Schule“ als getrennt vom „realen Leben“. Wer sich ein Feld des freiwilligen Engagements suchen wollte, musste dies in der Regel in seiner Freizeit und individuell tun, anstatt dass echte Verantwortungsübernahme aus Freude in der Gemeinschaft gefördert würde.
  • Man musste sich in Prüfungen selbst alleine beweisen, obwohl sich im realen Leben zeigt, dass die großartigsten Leistungen von engagierten, supermotivierten Teamplayern erbracht wer­den, die sich mit ihren unterschiedlichen Talenten, Fähigkeiten und sozialen Kompeten­zen ergänzen und bereichern.
  • Man erfuhr die Strukturen der Schule als hierarchisch, schwer veränderbar, mit geringen Partizipationsmöglichkeiten, sodass das Althergebrachte, die Konventionen, das „was immer schon so war“, die sogenannte Normalität – seien es z.B. Schulzwang, Notengebung oder der Speiseplan in der Schulküche – selten grundsätzlich hinterfragt werden, weil das nicht als veränderbar und gestaltbar erfahren wurde.
  • Man erfuhr, dass die Förderung von Mitgefühl, Feingefühl, tieferen Beziehungen zu Tieren und Natur nebensächlich sind, weil es z.B. keine naturpädagogischen Veranstal­tungen, keine gezielte Förderung von Mitgefühl mit allen Lebewesen und selten Anregun­gen zur Selbstreflexion sowie zu Rechten von Tieren und Natur gibt.
  • Man erfuhr eine Lernstruktur, in der echte Begeisterung, innere Motivation und Freude am Lernen sowie an Selbstveränderung bei allen Beteiligten – wenn überhaupt – nur in Ausnahmefällen erlebt wird.
  • Man erfuhr sich selbst in einer Lernstruktur, in der selten vorgelebt wird, seine eigene Herzenssache herauszufinden, sie selbst zu wählen, sie unter Nutzung der eigenen Intuition zu entfalten und auf sein inneres Herz zu hören.

 

Alle diese Aspekte – und etliche mehr – bilden den „heimlichen Lehrplan“, das, worüber die meisten Menschen nicht nachdenken, als nicht veränderbar begreifen und somit auch nicht hinterfragen.

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Bildung zum Schutz der Erde – Freiwillig lernen und wirken im Team

 

Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen

Die Folge davon sind am Ende der Schulzeit vielfach junge Menschen, die nicht wirklich wissen, was der Sinn ihres Lebens und ihr Lebensziel sein soll oder sein könnte. Menschen, die nicht gelernt haben, dass alles kreativ veränderbar ist und die daher – aus Angst, aus Mangel an Wagemut oder aufgrund des Anpassungsdrucks ihres Umfeldes – sich nicht trauen, an ihre Träume einer lebenswerten Gesellschaft zu glauben, geschweige denn, sie zu leben bzw. dafür zu kämpfen.

Würde man das tun, würde man erkennen, dass der so überlebensnotwendige gesellschaftliche Wandel nur dann vorankommen kann, wenn Menschen Neues wagen, wenn sie neue Wege beschreiten, auch neue Wege des (Frei-)Lernens und (Frei-)Wirkens.

Möglicherweise würde es auch vielen jungen Menschen schwer fallen, sich selbst Strukturen zu geben, einen eigenen Rhythmus des Wirkens, einen eigenen Zeitplan und vieles mehr zu entwickeln, weil sie das ja in ihrer Schulzeit überhaupt nicht gelernt haben. Vielleicht würde man das Eine oder Andere ja gerne tun, vielleicht würde man gerne auch eine Pionierin oder ein Pionier des Wandels sein, vielleicht würde man gerne „Umweltbildung“ praktizieren, was immer auch darunter verstanden werden mag, aber um sich von den Erwartungen und Befürchtungen des eigenen Umfelds freizumachen, bedürfte es schon jede Menge Mut. „Welche Ausbildung machst Du jetzt? Was willst Du studieren? Was willst Du mal werden?“ Solche und ähnliche Fragen wird ein junger Mensch – samt vieler wohlmeinender Ratschläge – nun, am Ende der Schulzeit, von vielen Seiten hören. „Ich würde zwar gerne dies und das studieren, aber die Berufsaussichten sind dort schlecht, also verzichte ich lieber darauf“. So oder ähnlich reagieren viele junge Menschen. Eltern, Verwandte sowie Freunde geben gerne ihre Tipps, was ihrer Meinung nach zu dem jungen Menschen passen würde, was angeblich die Laufbahn ist, die „Sicherheit“ verspricht. Was unsere Gesellschaft aber am dringlichsten braucht, das ist der WANDEL, die Veränderung, den Perspektivwechsel.

Naturerleben mit Freude

Mit Freude kreativ Natur erleben – leider (noch) kein Thema im Studium

Unsere Gesellschaft braucht Nachwuchskräfte mit Mut zum Wandel

Im pädagogischen Bereich brauchen wir junge Menschen, die den Mut zum Wandel haben, die in der Lage sind, den „heimlichen Lehrplan“ zu durchschauen, um ihn nicht erneut zu reproduzieren, die großartige Fähigkeiten der Selbstreflexion, Risikobereitschaft, unkonventionelles Denken entwickeln und diese in praktischer Modellprojektarbeit auch erproben wollen. Doch selbst dann, wenn es solche jungen Menschen gibt, die bereit und in der Lage sind, sich freiwillig, selbstbestimmt, selbstreflektierend, freilernend und freiwirkend den eigenen Lern- und Studien­weg suchen wollen, dann gibt es trotzdem noch etliche andere Hindernisse und Fangseile, die den einen oder anderen daran hindern, wirklich seinen eigenen Weg zu gehen. Sich alleine als FreilernendeR und FreiwirkendeR selbstbestimmt und eigenverantwortlich die nötigen Kompeten­zen und Erfahrungen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft in der Pädagogik bzw. Mitweltbil­dung zu suchen, das überfordert die allermeisten jungen Menschen. Schließlich braucht man auch Austausch, soziale Kontakte, Mitstudierende, GesinnungsgenossInnen, BegleiterInnen, Anerkennung, Bestätigung, Unterstützung bei der richtigen Selbsteinschätzung und vieles mehr…

Das führt dann dazu, dass ein solcher Plan doch als zu schwierig, zu gewagt und zu utopisch erscheint, weil man sich als einzelnes, querdenkendes, auf sich allein gestelltes Individuum überfordert fühlt.

In den ca. 1000 Bewerbungen, die ich bzw. Schützer der Erde e.V. im Laufe meiner mit­weltpädagogischen Selbständigkeit erhalten haben, ist der Wunsch in vielen Fällen spürbar, sich beruflich, oft auch beruflich und privat, für einen pädagogischen Wandel einsetzen und etwas tun zu dürfen, worin man sehr viel Sinn sieht. Doch die Wenigsten finden tatsächlich den Weg in eine Laufbahn um- bzw. mitweltpädagogischer Tätigkeit, weil in diesem Bereich in der Regel Zusatzqualifikationen und Praxiserfahrungen verschiedenster Art (z.B. Naturpädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Fundraising, Projektentwicklung…) erforderlich und ge­wünscht sind.

Insbesondere dann, wenn der ethische und inhaltliche Anspruch noch höher ist als bei Bildung für nachhaltige Entwicklung, wie dies bei Bildung zum Schutz der Erde der Fall ist, ist es praktisch unmöglich, sich die dafür erforderlichen Kompetenzen und Erfahrungen innerhalb irgendeines Studiums vollständig anzueignen, weil es einen Studiengang für die Zukunft der Bildung, für die Bildung des Wandels, für Bildung zum Schutz der Erde (noch) nicht gibt. Er muss erfunden werden – im Experiment Selbstlernstudium. Das ist der Grund, weshalb der Verein Schützer der Erde e.V. dieses innovative Projekt anbietet, damit hier die PionierInnen der Bildungszukunft heranreifen, sich die nötigen Kompetenzen, das nötige Wissen, die nötigen Erfahrungen, die für eine derart zukunftsweisende Modellprojektarbeit gebraucht werden, selbst in der Gemeinschaft von Freilernenden aneignen können. Mehr dazu in unserer Ausschreibung „Soziales Experiment Selbst­lernstudium Mitweltpädagogik / Bildung zum Schutz der Erde“

Wie sind Deine Erfahrungen mit Studienwahl, Bildungsweg und Schule? Wie stellst Du Dir die Zukunft der Bildung und des Studiums vor?

 

 

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