Wir brauchen einen radikalen Wandel in der Bildung – eine neue Qualität: Bildung zum Schutz der Erde

Natur- und Umweltpädagoge“ – so darf sich JedeR nennen – und so nennen sich auch Viele. Doch welche Qualität, welche Werte, welche Vision, welches Menschenbild, welche Bildungsprinzipien sie vertreten, ist meist nicht transparent.

Wenn du im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung / Umweltbildung tätig werden willst, hast du es schwer, erst einmal zu verstehen, welche unterschiedlichen Rich­tungen, Menschenbilder und Sichtweisen hinter bestimmten Konzepten oder Stu­dien­gängen stehen und wofür diese qualifizieren.

  • Du willst mit deiner Tätigkeit wirklich etwas bewirken?
  • Du willst zu einem grundlegenden Bildungswandel beitragen?

Dann ist es wichtig, dass es dir gelingt, die besondere, neue Qualität von Bildung, die du in die Welt bringst, verständlich zu machen und dafür einzutreten, dass sie sich verbreitet.

Mit dem Konzept Bildung zum Schutz der Erde wollen wir eine neue Qualität von Bildung voranbringen. Das heißt für uns, Bildung neu zu denken, quer zu denken und neue Wege zu beschreiten. Das lernst du in aller Regel nicht an der Uni und nicht in herkömmlichen Bildungseinrichtungen. Wenn du in der Umweltbildung eine Festanstellung hast, bietet dir diese zwar finan­zi­el­le Sicherheit, aber du hast nicht die gleiche Freiheit, Rahmenbedingungen für Bildung neu zu denken. In deiner Kreativität, deinem Unternehmer- und Pioniergeist und deiner Innovationskraft bist du nicht in dem Maße herausgefordert, wie als freibe­rufliche Fachkraft.

In unseren Weiterbildungen kannst du dich zum Erdschützercoach weiter­qualifizieren, erlernst unseren innovativen Ansatz Bildung zum Schutz der Erde, wirst für die unterschiedlichen Aspekte einer neuen Qualität von Bildung sensibilisiert und kannst dir dadurch – wenn du das willst – die Grundlage für eine erfolgreiche, freiberufliche Existenz schaffen. Worin die besondere Qualität von Bildung zum Schutz der Erde liegt, erläutere ich im Folgenden. Du kannst die Beschreibung dazu nutzen, um deine eigene Position zu klären und als Anregung nehmen, um dir Gedanken über die besondere Qualität deiner Tätigkeit zu machen, die du umsetzen willst.

 

Vision und Bildungsprinzipien

Bildung zum Schutz der Erde zeigt in ihrem Konzept und ihrer Praxis neue Wege auf. Sie zeichnet sich aus durch

  1. Orientierung an der Vision einer gewaltfreien, friedlichen Erde für Menschen, Tiere und Natur,
  2. Freiwilligkeit – freiwilliges, selbstbestimmtes Lernen
  3. Mitbeteiligung & Partizipation, Partnerschaftlichkeit und Rechte von Kindern und Jugendlichen
  4. Praktizierung des Gleichstellungsprinzips, Begegnung auf Augenhöhe, Abbau von Hierarchien
  5. Verbindung von Theorie und Praxis durch praktische, verändernde Projektarbeit – mit dem Ziel, diese Verbindung auch in Schule und Universität hineinzutragen,
  6. Wissensaneignung statt „Wissensstoffvermittlung“ – authentisch Vordbild sein – Respekt des freien Willens
  7. Win-Win-Win-Situationen und Synergien schaffen
  8. Perspektivwechsel – eigenständiges Denken und Querdenken fördern
  9. Förderung der Kreativität / kreativer Gestaltungskompetenz und Selbstreflexion
  10. Förderung einer intensiven Beziehung zu Natur und Tieren, zur Mutter Erde
  11. Wiedergutmachung an Tieren und Natur
  12. Orientierung an best-practice-Kriterien

In weiteren Artikeln werde ich diese 12 Aspekte einer Bildung der Zukunft, die das ganzheitliche, alternative Bildungskonzept von Bildung zum Schutz der Erde kennzeichnen, genauer erläutern und dies später von hier verlinken.

 

Menschenbild

Wer auch immer etwas in der Welt verändern möchte, muss zuerst an diese Veränderung glauben. Mahatma Gandhi sagte:

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir auf der Erde wünschst“.

  • Glaubst du daran, dass du dich selbst ändern kannst und damit auch Einfluss auf äußere Umstände ausüben kannst?
  • Glaubst du daran, dass du deine Zukunft kreativ mitgestalten kannst?

Viele Menschen sind sich nicht darüber im Klaren, dass ihr Denken und Handeln von unbewussten Glaubensüberzeugungen und einem übernommenen, aber nicht reflektierten Menschenbild beeinflusst wird. Welches Menschenbild hast du? Wenn du dich mit dem vorherrschenden Menschenbild mehr auseinandersetzen willst, um deinen eigenen Standpunkt zu finden, dann lies gerne diesen Artikel.

Das Menschenbild, das hinter Bildung zum Schutz der Erde steht, kann dir vielleicht Anregung sein, deinen eigenen Standpunkt zu klären.

Ich bin der Überzeugung, dass Menschen in ihrem Innersten, vollkommene, göttliche Wesen sind und dieses innere Wesen wieder entfalten können. Was ein einziger Mensch zu irgendei­nem Zeitpunkt der Evolution vorgelebt hat oder vorlebt, stellt prinzipiell eine Möglichkeit für alle Menschen dar. Insofern steckt in jedem Menschen ein gewaltiges Entwicklungspotential. In dem wir Men­schen helfen, wieder mehr in ihr Inneres zu finden, sich ihres wahren Wesens bewusster zu werden, die Verbindung zu ihrer inneren Quelle, zu allem Lebendigen, zur Quelle des Lebens wiederzufinden, helfen wir ihnen auch, das gewaltige Potential, das in ihnen steckt, zu entfalten. Dadurch helfen wir Menschen auch herauszufinden, was ihre Herzenssache ist, für die sie brennen und für die sie die entsprechenden Talente und Fähigkeiten mitbringen. Wir helfen ihnen, diese Talente und Fähigkeiten zu entdecken und zu Entfaltung zu bringen. Wer in Verbindung mit seiner inneren Quelle kommt und aus ihr schöpft, findet auf diese Weise auch das, was der Mensch als innere Berufung empfindet, die er mit Begeisterung, Freude, Dankbarkeit und Demut in die Welt bringt und in der er einen Sinn sieht.

In der Agenda 21, Kap 36.3 heißt es:

 „Bildung/Erziehung einschließlich formaler Bildung, öffentliche Bewusstseinsbildung und berufliche Ausbildung sind als ein Prozess zu sehen, mit dessen Hilfe die Menschen als Einzelpersonen und die Gesellschaft als Ganzes ihr Potential voll ausschöpfen können.“

Erstaunlicherweise wird der Aspekt der Potentialentfaltung bisher jedoch kaum berücksichtigt und reflektiert. Wer Bildung für nachhaltige Entwicklung und Potentialentfaltung in die Such­maschine eingibt, findet wenige Treffer. Initiativen, die sich – wie wir – ebenfalls mit diesem Thema befassen sind z.B. Schule im Aufbruch, die Initiative Lernkulturzeit sowie die Akademie für Potentialentfaltung. Allen gemeinsam ist, dass sie einen Wandel unseres Bildungssystems anstreben.

 

Plädoyer für einen Lern-Revolution

Sir Ken Robinson ist ebenfalls davon überzeugt, dass wir einen radikalen Wandel unseres Bildungssystems brauchen. Er ist ein britischer Autor und ein international geachteter Berater in der Gesellschaftsentwicklung. Er arbeitete mit Länderregierungen und Nichtregierungsorganisationen in Europa und Asien zusammen. In diesem Vortrag plädiert Sir Ken Robinson für einen radikalen Wechsel von standardisierten Schulen zu personalisiertem Lernen, um Umstände zu schaffen, unter denen die naturgegebenen Talente der Kinder aufblühen:

 

Copyright: Creative Commons BY-NC-ND, »www.ted.com«

 

Potentialentfaltung

Wenn wir uns zu Coaches für Potentialentfaltung entwickeln und für unsere Vision einer friedlichen, gewaltfreien Erde werben wollen, heißt das, wir uns zunächst durch die eigene Praxis zu einem Vorbild für andere entwickeln sollten. Dabei kann es hilfreich sein,  von Menschen zu lernen, die uns ein Leben in Einklang, Frieden und Har­monie mit allen Mitlebewesen vorleben. An deren Beispiel können wir auch erkennen, was diesen auf ihrem Weg geholfen hat und daraus Konsequenzen für uns selbst ziehen.

Wenn wir dabei z.B. feststellen, dass die Entfaltung des vollen Potentials jedes Einzelnen in Gemeinschaften, die auf gegenseitigem Respekt und Wertschätzung, auf flacher Hierarchie und Mitbeteiligung beruhen, am besten funktioniert, dass dort die größten und besten Früchte – z.B. Pionierleistungen für eine lebenswerte, gerechte Zukunft – hervorgebracht werden, dann können wir daran lernen und nächste Schritte einleiten, z.B. die Bildung eines Netzwerks von Menschen mit gleichen oder ähnlichen Werten und Zielen, wie wir dies im Erdschützer­netzwerk praktizieren.

Die Ethik, die Werte sowie das Menschenbild und die Vision, an der wir uns in Bildung zum Schutz der Erde orientieren, sind als Angebote zu verstehen. Ob du damit übereinstimmst oder nicht, bleibt dir überlassen.

 

Ursachenanalyse

In der Ausschreibung eines Masterstudiengangs für Umweltbildung heißt es: „Der Schutz und Erhalt biologischer Vielfalt wird weltweit als eine der dringendsten Umwelt­aufgaben angesehen. Hierzu sind mehr denn je organismische Kenntnisse gefragt.“  Sind man­gelnde orga­nis­mische Kenntnisse wirklich die Kernursache schwindender biologi­scher Vielfalt?

Offensichtlich führen unterschiedliche Ursachenanalysen, Menschenbilder und Bildungs­prin­zi­pien auch zu unterschiedlichen Schlüssen, welche Art von Bildung wir brauchen, um den Wandel zu bewirken, den wir uns in der Welt wünschen.

Bildung zum Schutz der Erde möchte dazu anregen, unterschiedliche Ursachenanalysen, Menschenbilder und Bildungsprinzipien kritisch zu hinterfragen. In diesem Artikel findest du Anregungen zur Reflexion des vorherrschenden Menschenbildes.

Wer beispielsweise weiß, dass 90% der Regenwaldabholzung durch den wachsenden Fleischkonsum verursacht werden und dass die Regenwaldabholzung wiederum – ebenso wie die konventionelle Land­wirtschaft –, einen massiven Verlust biologischer Vielfalt zur Folge hat, wird sicher nach­fra­gen, ob es wissenschaftliche Belege dafür gibt, dass mehr organismische Kenntnisse zu einem ethischeren Konsum und somit zum Schutz der biologischen Vielfalt führen.

Liegen die Ursachen der Probleme der Erde nicht vielmehr in der Ethik, die unsere Konsum-, Ernährungs- und Lebensstile prägen, unserer Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid, das wir dadurch bei Menschen, Tieren und Natur verursachen? Ist es nicht vielmehr so, dass die kapitalistische Verwer­tungs­logik, die dem Götzen des angeblich ewigen Wachstums frönt, von Menschen so verinnerlicht wurde, dass sie egoistisch, mitleids- und rücksichtslos den Planeten plündern? Ist es nicht so, dass wir Menschen unsere innere Verbindung zu allem Leben, zu unseren Mitmenschen, Tieren, Pflanzen, zur Erde verloren haben?

Eine solche oder ähnliche Analyse würde dazu führen, dass wir eine umfassende, global-soziale und ethische Bildung brauchen, die Menschen hilft, mehr Mitgefühl und Empathie zu entwickeln, ihre Beziehungen zu allen anderen Mitlebewesen auf Mitgefühl, Respekt, Achtung und Liebe aufzubauen – und nicht auf Gewalt und Ausbeutung.

In Bildung zum Schutz der Erde orientieren wir uns darum an dem Werteangebot der  Goldenen Regel – Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg auch keinem Anderen zu -, die wir auch auf unseren Umgang mit Tieren und der Natur beziehen können.

 

Bildungsziele

Wir sind davon überzeugt, dass wir Bildungsange­bote brauchen, die Menschen

  • dazu anregen, sich selbst Gedanken darüber zu machen, wie sie eigentlich leben wollen, wie sie sich eine lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten vorstellen,
  • helfen, mehr in ihr Inneres zu finden, um sich selbst zu erkennen, zu reflek­tieren und um so weniger anfällig dafür zu werden, sich manipulieren und verführen zu lassen (z.B. durch Werbung, Konsumangebote u.v.m.),
  • helfen, ihr ganzes Potential zu entfalten,
  • dabei unter­stützen, das herauszufinden, wofür sie brennen, was sie als innere Berufung empfinden,
  • dabei unterstützen, achtsamer, respektvoller, mitfühlender und bewusster leben zu lernen…

Aus einer solchen Analyse ergibt sich einerseits, dass wir für derartige Bildungspro­zes­se BegleiterInnen / Coaches benötigen, die in erster Linie über eine hohe Kompe­tenz in Pädagogik und Persönlichkeitsbildung verfügen und die andererseits auch in der Lage sind, bestehende (Bil­dungs­)strukturen zu reflektieren und dahingehend zu verändern oder neue (Bil­dungs­)strukturen zu gestalten, dass sie für die Erreichung der angestrebten Ziele förder­li­cher sind.

 

Von Anderen lernen und sich vernetzen

Noch nie war es so leicht, voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und sich zu vernet­zen, wie in der heutigen Zeit des Internets. Darum ist es uns selbstverständlich auch ein Anliegen, unsere Erfahrungen, Erkenntnisse und neu erprobten Bildungsprozesse und Pro­jekte – z.B. durch einen derartigen Artikel – zu teilen und so Anderen die Möglichkeit zu bie­ten, Übereinstimmungen in Vision, Menschenbild, Bildungsprinzipien sowie Bildungzielen zu erkennen, auf neue Ideen zu kommen und sich mit uns zu vernetzen. Denn gemeinsam können wir mehr erreichen und den Bildungswandel beschleunigen. Auch wir sind lernoffen und halten ständig Ausschau nach innovativen, pädagogischen Modelle (z.B. Konzepte von freien, demokrati­schen Schulen), deren positive Erfahrungen ermutigen und modellhaft sind. „Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen“ – das heißt für uns, als freiwillig und selbstbestimmt Lernende ständig dazu zu lernen, uns z.B. mit verschiedenen Lerntheorien, neuen Erkenntnissen der Gehirnforschung (z.B. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther), dem Konzept des Flow-Learning nach Cornell und vielem mehr auseinander zu setzen. Diese Verknüpfung von selbst organisiertem Lernen, von Selbst­reflexion und Selbstveränderung sowie verändernder, innovativer Praxis ist ein wesentliches Merkmal unseres Konzepts.

 

Diesen Film können wir sehr empfehlen: Schools of trust

 

Fazit

Aus all diesen Ausführungen wird deutlich, dass Bildung zum Schutz der Erde / Mitwelt­bildung ein ganzheitlicher Bildungsansatz ist, der bisher an keiner Hochschule als Studien­gang gewählt werden kann, der – im Gegenteil – sogar eine neue Art von Hochschulbildung erfordern würde. Bei dieser Art von Hochschulbildung müssten Studierende ein echtes Mit­spra­cherecht haben, es müsste eine Verbindung von Theorie und Praxis, Projektlernen und vieles mehr geben. Der Wandel in der Bildungslandschaft geht jedoch nur in kleinen Schrit­ten voran. Ziel des Konzepts von Bildung zum Schutz der Erde ist es daher, einen Wandel von Unten anzustoßen. Dieser Wandel soll über die Aktivitäten von ausgebildeten Erdschüt­zer­coaches vorange­bracht werden.

Wenn du dich für die Ausbildung zum Erdschützercoach interessierst, empfehlen wir dir diese Weiterbildung:

Weiterbildung Mitweltbildung, kreative Gestaltungskompetenz, Potenzialentfaltung

 

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